Santiago


Santa Maria de Tera (auf der Vía de la Plata): the oldest statue of Saint James as a pilgrim (11th century)


Santiago ist der spanische Name für den heiligen Jakobus. Jakobus (der Ältere) war ein Apostel Jesu. Im Codex Calixtinus steht, dass er in Spanien gepredigt hat. Später ist er nach Jerusalem zurückgekehrt, wo er als Märtyrer starb. Sein Leichnam wurde, der Legende nach, nach Spanien überführt. Dort ist er an dem Ort begraben, der heute Santiago de Compostela heißt. 

Im Codex wird beschrieben, wie das Grab im 9. Jahrhundert entdeckt wurde. Diese Neuigkeit verbreitete sich schnell und Compostela wurde einer der wichtigsten Pilgerorte. Außer in Rom war sonst nirgendwo in Europa ein Apostelgrab zu finden.
 
Während der Besetzung des heutigen Spanien durch die Mauren im Mittelalter, bekam der friedliebende Apostel eine neue Rolle „zuerkannt“, nämlich die des „Retters in der Not“. Sein Name wurde ein Schlachtruf, sein Beiname „der Maurentöter“. Die Vertreibung der Mauren aus Granada im Jahr 1492 bedeutete das Ende der Reconquista. Im selben Jahr wurde Amerika entdeckt. Dort kämpften die spanischen “Conquistadores” im Namen des Glaubens und des heiligen Jakobus weiter. Zahlreiche Städte und Ort Mittel- und Südamerikas wurden nach ihm benannt.
 
Danach verlor „Santiago“ seine überragende Bedeutung. Erst im spanischen Bürgerkrieg wurde der Heilige wieder als Schutzpatron Spaniens, von General Franco in den Vordergrund gebracht bzw. mißbraucht.
 
Die große Wiederbelebung des Caminos beginnt Ende der 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Franco ist Tod, Spanien eine Demokratie und der Camino wird zu einer Bewegung von zehntausenden, die selbst entscheiden, den Weg zu gehen: friedlich und offen für Begegnung mit anderen Menschen, ungeachtet der Rasse, der Politik oder des Glauben.